Ärztliches Attest vor erster Aufnahme in die Kindertagesbetreuung

 

Warum braucht mein Kind vor Erstaufnahme in eine Kindereinrichtung ein ärztliches Attest? Kostet das was? Warum kostet das etwas? Wer trägt die Kosten dafür?

 

 

Zusammenfassung

 

  • Das Brandenburger Kitagesetz und das Infektionsschutzgesetz schreiben vor, dass ein Kind vor erstmaliger Aufnahme in einer Kindertagesstätte ein Ärztliches Attest mit Unbedenklichkeit vorzulegen hat. 
  • Das Attest sollte nicht älter als 10 Tage sein.
  • Die Kosten für die Untersuchung und das Ärztliche Attest orientieren sich an der Gebührenordnung für Ärzte, dürfen nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherungen erbracht werden und sind daher von den Eltern selbst zu tragen.
  • Kosten in der Regel 17,- € bis 25,- €  (Igel-Leistung)

 

 

Die eingangs geäusserten Fragen stellen sich sehr viele Eltern, wenn sie für ihr Kind einen Platz in Krippe, Kita oder Hort bekommen haben. Schnell wird in den vielen Internetforen nachgeschaut und… die Verwirrung ist komplett, weil es auch bei die­ser Frage viel mehr völlig falsche als hilfreiche Kommentare gibt.

Oftmals sind die Eltern sehr erstaunt, wenn ihnen in den Praxen mitgeteilt wird, dass die Gesetzlichen Krankenkassen diese Kosten nicht übernehmen.

 

 

Versuch einer Entwirrung

 

Kinder sind während ihres Aufenthaltes in einer Sozialgemeinschaft naturgegeben und trotz bester Hygienemaßnahmen einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Um die Gefahr von Übertragung oder Ansteckung an schweren Infektionskrankheiten oder Parasiten zu verringern, haben die zuständigen Gesetzgeber einige verbindli­che Regelungen erlassen. Neben einer wirkungsvollen und vollständigen Impfvor­sorge ermöglichen diese Vorschriften ein gesundes Aufwachsen in den verschiedenen Einrichtungen der Kindesbetreuung.

 

 

Massgeblich sind hierbei drei Rechtsvorschriften und eine Regelung der jeweiligen Krankenversicherungen

 

 

1. Brandenburger Kindertagesstättengesetz (KitaG - § 11 (2)) 1   LINK

2. Infektionsschutzgesetz (IfSG) 2  LINK

3. Berufsordnung für Ärzte 3    LINK   

 

4. Regelungen der Krankenkassen 

 

 

 

 

 

Demnach dürfen Leistungen, die nicht Bestandteil des Leistungskataloges der Gesetzlichen Krankenversicherung sind, auch nicht über die Versichertenkarte abgerechnet werden (das wäre ein klassischer Fall von Abrechnungsbetrug). Die Berufsordnung für Ärzte regelt in diesen Fällen, dass derartige Leistungen privat zu bezahlen und entsprechend der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abzurechnen sind. An diese GOÄ ist der Arzt gebunden, eine Unter- bzw. Überschreitung der Honorarsätze ist nicht erlaubt. Damit sind Phantasie-Rechnungen nicht möglich. 

Dies gilt auch für Atteste z.B. für den Sportverein, vor Kurantritt, Atteste für die Schule (Krankschreibungen, Sportbefreiung), Reise-Atteste usw.

Atteste

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