Ratschläge zum Sonnenschutz bei Kindern

 

Die Sonne scheint in diesen Tagen lange und kräftig, schon sehen Kinder- und Jugendärzte täglich Patienten mit akuten Sonnenschäden auf der Haut, hervorgerufen durch den ultravioletten Strahlungsanteil des Sonnenlichts (UVB-Strahlung).

 

"So ein kleiner Sonnenbrand, das kann doch nicht so schlimm sein." oder "Ich habe mir als Kind oft einen Sonnenbrand zugezogen und bin trotzdem gesund.", solche Gedanken kommen vielen in den Sinn, wenn davon die Rede ist, dass ein Sonnenbrand auch gefährlich sein kann. Leider ist eine solche Verbrennung - und auch eine dauerhafte Bräunung - nicht so ungefährlich, wie mancher glauben mag.

 

Die ungeschützte Haut zeigt nach einer zu starken Bestrahlung die typischen Anzeichen einer Entzündung: sie ist gerötet, heiß, schwillt an und schmerzt. Bei noch stärkerer Bestrahlung kann es sogar bis zu einer Verbrennung zweiten Grades mit Blasenbildung kommen.

 

Da diese akuten Entzündungsreaktionen der Haut zu schwerwiegenden Spätschäden führen können (z.B. schwarzer Hautkrebs = Melanom), muss vor dem Sonnenbad unbedingt einiges bedacht werden.

 

Die Sonne erreicht ihre höchste Strahlenintensität zwischen 11 und 15 Uhr - nicht nur in Urlaubsländern sondern auch bei uns zu Hause. Das wird leider zu oft vergessen.

 

Deshalb der Rat der Kinder- und Jugendärzte:

 

    Kinder im Alter bis zu 12 Monaten sollten keiner direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden. Bedenken Sie auch, dass ein großer Teil der UV-Strahlung ein dünnes T-Shirt durchdringen kann.

     Beachten Sie auch die indirekte Strahlung durch Reflexion. So können bis zu ¾ der Strahlung vom Wasser, vom Sand oder hellen Hauswänden reflektiert werden.

     Zwischen 11 und 16 Uhr sollten Sie mit den Kinder möglichst im Schatten bleiben.

 

    Auch in unseren Breiten empfehlen die Kinder- und Jugendärzte immer ein Sonnenschutzmittel. Der Lichtschutzfaktor sollte  16 und höher sein, die Creme sollte wasserfest, ohne Parfümanteil und ohne Konservierungsstoffe und mit einem möglichst hohen Anteil an sogenannten Mikropigmenten sein. Wenn Sie Ihre Kinder mit einem Sonnenschutzmittel schützen, müssen Sie dabei auch beachten, dass sie es mindestens 20 Minuten vor dem Sonnenbad im Schatten auftragen, damit es wirken kann.

     Vergessen Sie nicht das Eincremen von Ohren und Händen.

 

    Achten Sie darauf, dass die Kinder eine Kopfbedeckung und UV-absorbierende Kleidungsstücke tragen sollten.

 

    Ultraviolette Strahlung wird auch nicht durch dünne Wolken aufgehalten, Sie können sich also auch an einem schwach bewölkten Tag verbrennen!

 

    Vorsicht Schnorchler! Die empfindliche Haut auf den Rückseiten Ihrer Waden sollten Sie mit einer wasserfesten Creme oder Lotion mit einem hohen Lichtschutzfaktor einreiben, wenn Sie keine feuerrote Überraschung nach der Tauchtour erleben möchten.

 

    Manche Arzneimittel erhöhen die Sensibilität der Haut gegen die Sonne. Fragen sie Ihren Kinder- und Jugendarzt oder Apotheker, ob sie bei Ihren Medikamenten etwas beachten müssen.

 

 

Wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Sonnenbrand gekommen ist, empfehle ich folgendes:

 

Kühlen Sie zuallererst die verbrannte Haut mit nicht zu kaltem Wasser. Dazu eignen sich Baumwolltücher oder ein Baumwollschlafanzug. Wenn mehr als ¼ der Körperoberfläche Ihres Kindes gerötet ist sollte sofort der Kinder- und Jugendarzt aufgesucht werden. Ärztliche Hilfe ist auch dringend angeraten, wenn sich Blasen auf der Haut bilden, Kopfschmerzen, Übelkeit oder gar Fieber nach dem Sonnenbad einstellen.

 

Dringend zu warnen ist  vor dem kühlenden „Hausmittel“ Quark – wie ich es gelegentlich noch beobachte, da die darin enthaltenen Mikroorganismen schwere Wundinfektionen auf der verbrannten Haut mit späteren Narbenbildungen verursachen können.

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Die Sonne Lacht - Sonnenbrand droht