Ätherische Öle, die häufig als Hausmittel gegen Erkältungen gelten, können für Kinder lebensgefährlich werden.

 

Das berichtet die «Ärztliche Praxis» (Nr. 11, S. 9). In konzentrierter Form inhaliert, auf die Haut oder Schleimhaut aufgetragen oder geschluckt, könnten die Öle zu massiven Vergiftungserscheinungen führen.

 

Je nach Menge des Öls sind bei Kindern Krampfanfälle, Schockreaktionen, Bauchweh, Übelkeit und Schleimhautirritationen möglich. Bei Säuglingen könnten ätherische Öle sehr rasch einen tödlichen Stimmritzenkrampf auslösen. Höchste Alarmstufe bestehe, wenn Lösungen ätherischer Öle in die Lunge eingeatmet würden. Das Blatt warnt unter anderem vor dem in Mode gekommenen Teebaum-Öl.

 

Weitere Informationen mit Literaturhinweisen / Stiftung Warentest   siehe hier.

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Vorsicht mit Einreibemitteln !

  Literatur dazu:

  1. Stiftung Warentest  , Seite 87 (12.2003)
    Vorsicht:  Stark riechende ätherische Öle, vor allem Campher und Menthol nicht bei Säuglingen und Kleinkindern verwenden: Krämpfe, Atemnot und Atemstillstand drohen.
     
  2. Rundschreiben Apothekerkammer Berlin, Seite 20 (01.2001)     Mayoran-Butter
    Frage: Gerade in der letzten Zeit fragten zahlreiche Kunden nach Majoransalbe für Säuglinge und Kleinkinder. Uns ist bekannt, daß diese Zubereitungen nicht mehr zur Anwendung kommen sollten. Wir bitten Sie, uns diesen Sachverhalt zu erläutern.
    Antwort: Majorankraut und -öl wurden von der Kommission E (Phyto-Therapie) negativ bewertet.

    Beide Drogen werden bei Schnupfen und Erkältungskrankheiten und bei Verdauungsbeschwerden angewendet. Die Wirksamkeit bei den beanspruchten Anwendungsgebieten ist allerdings nicht belegt.
    Majorankraut (Herba majoranae) enthält u.a. Phenole und Phenolglykoside als Arbutin und Hydrochinon in niedriger Konzentration. Die Cancerogenität von Arbutin und Hydrochinon im Tierversuch ist bewiesen. Die topische Applikation führt zur Depigmentierung der Haut und ist daher nicht für einen längeren Gebrauch geeignet. Berichte über entsprechende Nebenwirkungen von majoranhaltigen Salben liegen in beiden Fällen nicht vor.
    Angesichts der nicht ausreichend geklärten Risiken sollte die Anwendung von Majoranbutter bei Säuglingen und Kleinkindern nicht erfolgen.
  3. arznei-telegramm 2001;  Jg. 32, Nr. 10, Seite 103  (10.2001)
    Schwerer Stridor mit Atemnot nach Inhalation ätherischer Öle Ein dreijähriges Kind mit Pseudokrupp erwacht frühmorgens mit bellendem Husten. Die Eltern lassen über eine Inhalations-Glocke eine wässrige Lösung mit Zusatz von vier Tropfen BABIX-Inhalat N inhalieren, einer Kombination aus Fichtennadel- und Eukalyptusöl. Unmittelbar anschließend tritt schwerer Stridor mit Atemnot auf.
    Vom Kinderarzt erhält das Kind notfallmäßig Prednisolon als Klysma und Adrenalin per Inhalation. Innerhalb von 30 Minuten bildet sich der Stridor zurück (NETZWERK-Bericht 11.487). Ätherische Öle wie Fichtennadel-, Eukalypnis- oder Kiefernnadelöl werden gern als Einreibung oder Inhalat bei akuten grippalen Infekten eingesetzt (vgl. a-t 1996; Nr. 12: 122 - siehe unten).
    Ein günstiger Einfluss solcher Maßnahmen auf Beschwerden oder Krankheitsverlauf ist nicht durch kontrollierte Studien belegt. Von Kinderärzten wird sogar eindringlich vor Gebrauch ätherischer Öle bei Pseudokrupp gewarnt. Wegen hyperämisierender Effekte sind Schleimhautschwellungen der oberen Luftwege mit lebensbedrohlichen Atemnotzuständen als Folge zu befürchten. Bei vielen Ölzubereitungen sind dagegen in der Gebrauchsinformation akute grippale Infekte, teils auch ausdrücklich Pseudokrupp (z.B. bei BABIX-Inhalat N), als Anwendungsgebiet angegeben. So wird zur Indikation, was Kontraindikation sein sollte. Da hilft es nicht, wenn Kleinkinder bei den Gegenanzeigen genannt werden. Tritt Pseudokrupp doch typischerweise in diesem Alter auf.